| Innsbruck,
am 22.1.2008
Sehr geehrte
Frau Gesundheitsministerin!
Am 10.12.1992
wurde vom Gesundheitsminister Dr. Michael Ausserwinkler eine Enquete im
Festsaal des Gesundheitsministeriums einberufen, an der ich als Bundesleiter
der Österreichischen Schutzgemeinschaft für Nichtraucher wichtige
Beiträge vermitteln konnte. Es war eine wichtige Sitzung von Experten
zum Thema "Tabakgesetz".
Ich bitte Sie
nun, im Interesse eines wirksamen Nichtraucherschutzes, wieder eine solche
Enquete mit den wichtigsten Initiativen z.B. der Ärzteinitiative und
natürlich auch der Österreichischen Schutzgemeinschaft für
Nichtraucher und vielen anderen Institutionen, Kammern und namhaften Vertretern
der Ärzteschaft aus verschiedenen Fachgebieten, der Wissenschaft,
des Instituts für Arbeits- und Sozialrecht usw. in den nächsten
Wochen einzuberufen. Diese Enquete wäre sicher sehr förderlich
für eine erfolgreiche Umsetzung eines generellen Rauchverbotes auch
in der Gastronomie.
Unsere Resolution
vom 26.11.2007, zugestellt auch allen Nationalrats- und Bundesratsabgeordneten,
könnte eine wichtige Grundlage des Treffens sein. Wir fordern angesichts
der gravierenden Schäden des Aktiv- und
Passivrauchens
einen umfassenden und ausnahmslosen Schutz aller Menschen vor Tabakrauch
in geschlossenen Räumen. Wenn über deren Schädlichkeit nichts
mehr zum diskutieren, sondern nur mehr zur Kenntnis zu nehmen ist, dann
muss eine rasche Umsetzung eines solchen umfassenden Nichtraucherschutzes
Ihnen als oberste Gesundheitsvertreterin unseres Landes ein wichtiges Anliegen
sein.
Für Kompromisshandlungen,
wie Sie es seit Monaten versuchen, gibt es keine medizinische Begründung.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat erst kürzlich erhoben,
dass Büros oder Flure neben Raucherräumen zu stark frequentierten
Zeiten nahezu identische Schadstoffwerte wie in Raucherräumen selbst
aufweisen. Diese Erkenntnis hat manche Regierung in Deutschland veranlasst,
den Nichtraucherschutz zu verschärfen und von der
Möglichkeit
separater Raucherräume Abstand zu nehmen.
Ein generelles
Rauchverbot mit Sanktionen in öffentlichen Orten und in der Gastronomie
würde viele Probleme lösen und nicht neue schaffen. Ein generelles
Rauchverbot in der Gastronomie spart dem Wirt Kosten und
verhindert
einen Wettbewerbsnachteil, ist gerecht, weil es für alle gleich gilt
und schützt Gäste wie Personal vor der schädlichen Einwirkung
des Tabakrauchs.
Horrorszenarien
der Wirtschaftskammer, dass bei einem Rauchverbot 5000 Gaststätten
zusperren können, ist die gleiche Lüge, wie sie seinerzeit behauptet
hat, die freiwillige Vereinbarung von 90 Prozent der Lokale mit
"Nichtraucherzonen"
auszustatten, erfüllt zu haben.
Sehr geehrte
Frau Ministerin! Setzen Sie bitte Ihre Kompetenz ein und schaffen Sie mit
wirksamen Gesetzen einen nachhaltigen Nichtraucherschutz. Damit helfen
Sie auch den Rauchern, von ihrer Sucht leichter loszukommen, weil sie dann
in ihrem eigenen finanziellen und gesundheitlichen Interesse weniger oder
ganz mit dem Rauchen
aufhören.
Das beweisen viele Studien aus Ländern mit einem generellen Rauchverbot
in der Gastronomie.
Eine friedliche
Koexistenz kann es wegen der Gesundheitsgefährdung durch das Rauchen
nicht geben. Das hieße, dass Sie als Gesundheitsverantwortliche damit
einverstanden sind, dass Raucher nach wie vor die Nichtraucher ein "bisschen
schädigen" dürfen.
Mit freundlichen
Grüßen
Bundesleiter
Robert Rockenbauer |